Der März steht ganz im Zeichen der Darmkrebsvorsorge. Wir vom Qualitätszertifikat Darmkrebsvorsorge der ÖGGH (Österreichische Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie) möchten Sie über die Wichtigkeit der Früherkennung informieren und auf die wertvollen Angebote der Österreichischen Krebshilfe hinweisen.
Darmkrebs in Österreich
Darmkrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung bei beiden Geschlechtern in Österreich! Jährlich erkranken rund 33.000 Männer und 28.000 Frauen an dieser Form von Krebs (1). Das Risiko steigt ab dem 45. Lebensjahr deutlich an, wobei das durchschnittliche Erkrankungsalter bei Anfang bis Mitte 70 liegt.
2024 haben die ESGE (European Society of Gastrointestinal Endoscopy) und die ÖGGH ihre Vorsorge-Empfehlungen aktualisiert:
Ab 45 Jahren wird zur Darmkrebsvorsorge geraten (2) hier stehen zwei Optionen zur Wahl:
1.) Koloskopie (Darmspiegelung) alle 10 Jahre (Der Goldstandard)
2.) FIT-Stuhltest (Stuhltest der neuen Generation) jährlich. (Dieser Stuhltest ersetzt keine Darmspiegelung, sondern weist lediglich nach, ob sich momentan Blutbestandteile im Stuhl befinden, die auf eine Vorstufe von Darmkrebs hinweisen könnten)
Früherkennung ist das A und O
Eine Darmspiegelung ermöglicht nicht nur die frühzeitige Erkennung von Tumoren, sondern kann auch deren Entstehung verhindern. Während der Untersuchung können Polypen, die mögliche Vorstufen von Darmkrebs sind, direkt entfernt werden. (1,2)
Darmkrebs ist eine Erkrankung, denen wir mit effektiven Früherkennungsmaßnahmen begegnen können. Nutzen Sie die Angebote zur Vorsorge und zögern Sie nicht, sich bei Fragen an die Österreichische Krebshilfe zu wenden. Gemeinsam können wir die Chancen auf eine frühzeitige Erkennung und erfolgreiche Behandlung von Darmkrebs deutlich verbessern.
Mythen widerlegt!
Viele Menschen scheuen die Darmkrebsvorsorge aufgrund von Mythen und Ängsten. Lassen Sie uns einige davon aufklären:
- "Nur Ältere bekommen Darmkrebs": Falsch! Auch jüngere Menschen können betroffen sein.
- "Ohne Beschwerden keine Vorsorge nötig": Gefährlicher Irrtum! Darmkrebs entwickelt sich oft symptomlos.
- "Die Untersuchung ist unangenehm": Die moderne Darmspiegelung ist weitaus komfortabler als ihr Ruf.
- "Die Vorbereitung ist schlimm": Sie wurde vereinfacht und ist gut machbar.
- "Man muss jährlich zur Vorsorge": Bei unauffälligem Befund reicht alle 10 Jahre.
Fazit: Die kurzzeitigen Unannehmlichkeiten stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen. Frühzeitig erkannt, liegt die Heilungschance bei über 90%!
Unterstützung durch die Österreichische Krebshilfe
Die Österreichische Krebshilfe bietet umfassende Unterstützung (3):
Qualitätszertifizierte Vorsorge
Für eine hochwertige Darmkrebsvorsorge empfehlen wir die Durchführung der Darmspiegelung bei Qualitätszertifizierten Stellen (2). Die Österreichische Krebshilfe bietet ebenfalls eine Liste qualitätszertifizierter Koloskopiezentren an (4).
Don’t Wait – Warten Sie nicht !
Informieren Sie sich, nehmen Sie an Vorsorgeuntersuchungen teil und bleiben Sie gesund!
(2) https://www.krebshilfe.net/presse/detail/default-c9d49905b7
(3) https://www.krebshilfe.net/beratung-hilfe/beratungsstellen/infos-zu-den-beratungsstellen
Die neuen Polypektomie-Guidelines wurden im April 2024 fertiggestellt. Hier geht es direkt zu den Guidelines.
Es folgt ein kurzer Überblick über die wesentlichen Kernaussagen:1) Die ESGE empfiehlt für die Entfernung kleinerer Polypen (≤ 5 mm) eine Resektion mit kalter Schlinge, bei der ein deutlicher Rand aus normalem Gewebe (1-2 mm) um den Polypen herum verbleibt.
2) Die ESGE rät von der Exzision mit der Biopsiezange ab, da sie eine hohe Rate unvollständiger Resektionen aufweist.
3) Die ESGE empfiehlt für die Entfernung kleiner Polypen (6-9 mm) eine Resektion mit kalter Schlinge, bei der ein deutlicher Rand aus normalem Gewebe (1-2 mm) um den Polypen herum verbleibt.
4) Die ESGE empfiehlt die Resektion mit heißer Schlinge zur Entfernung von nicht gestielten adenomatösen Polypen mit einer Größe von 10-19 mm.
5) Die ESGE empfiehlt die konventionelle (diathermiegestützte) endoskopische Mukosaresektion (EMR) bei großen (≥ 20 mm) nicht gestielten adenomatösen Polypen.
6) Die ESGE legt nahe, dass die Unterwasser-EMR als Alternative zur konventionellen heißen EMR für die Behandlung großer, nicht gestielten adenomatösen Polypen in Frage kommt.
7) Die endoskopische Submukosadissektion (ESD) kann in ausgewählten Fällen und in Zentren mit hohem Aufkommen auch als Alternative für die Entfernung von großen nicht gestielten Polypen von ≥ 20 mm vorgeschlagen werden.
8) Die ESGE empfiehlt, dass nach der stückweisen EMR von großen nicht gestielten Polypen mit der heißen Schlinge die Resektionsränder durch thermische Ablation mit der weichen Koagulation der Schlingenspitze behandelt werden sollten, um ein Wiederauftreten des Adenoms zu verhindern.
9) Die ESGE empfiehlt die (stückweise) kalte Schlingenpolypektomie oder kalte EMR für SSL aller Größen ohne Verdacht auf Dysplasie.
10) Die ESGE empfiehlt einen prophylaktischen endoskopischen Clip des Schleimhautdefekts nach EMR von großen nicht gestielten Polypen im rechten Kolon, um das Risiko von Nachblutungen zu verringern.
11) Die ESGE empfiehlt, dass En-bloc-Resektionstechniken wie En-bloc-EMR, ESD, endoskopische intermuskuläre Dissektion, endoskopische Vollresektion oder chirurgische Eingriffe bei Verdacht auf ein oberflächliches invasives Karzinom, das nicht durch eine Standard-Polypektomie oder EMR en-bloc entfernt werden kann, die Techniken der Wahl sein sollten.
Die ESGE-Behandlungsempfehlungen auf einen Blick:
Passend zur Veröffentlichung der neuen Endoskopie-Leitlinien möchten wir Ihnen die hier verlinkten Podcast Folgen von Gastro-Geplauder, einer Initiaitive der DGVS, empfehlen. Wir wünschen viel Spaß und auch vielleicht den einen oder anderen klärenden Moment beim Zuhören.
Wir freuen uns darüber gemeinsam mit 231 Teilnehmern, welche sich erfolgreich rezertifizieren konnten, ins neue Jahr zu starten!
Ebenfalls konnten wir während des Jahreswechsels einen Zuwachs von 6 neuen Teilnehmern verzeichnen.
Wir danken allen Ärztinnen und Ärzten für Ihre Teilnahme und freuen uns weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit!
Zum Originalartikel geht es hier lang.
Bild: Copyright (c) 2022 MMD Creative/Shutterstock
Bei vielen Menschen ist die Darmspiegelung als unangenehm und schmerzhaft "verrufen". Seit der Einführung der "sanften" Koloskopie ist die Untersuchung dank dem Einsatz einer Prämedikation (Kurzanästhesie) schmerzfrei. Mittlerweile kann man bei mehr als der Hälfte aller Stellen, die in Österreich die Koloskopie anbieten, diese Untersuchung erhalten. Und das ohne Zusatzkosten.
Broschüre zur Darmkrebsvorsorge
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Mittwoch 9:00 - 12:00, 13:00 - 16:00
Donnerstag 9:00 - 12:00
Die Vorsorgekoloskopie gehört zu den wichtigsten Maßnahmen zur Darmkrebsprävention. Wir freuen uns daher, Ihnen hier Aufklärungsvideos zu dieser Untersuchung in deutsch, türkisch und serbisch anbieten zu können. Vereinbaren Sie noch heute einen Termin zur Vorsorgekoloskopie. Die Liste aller zertifizierten Ärztinnen und Ärzte finden Sie hier.
Seit Einführung der Vorsorgekoloskopie lassen sich in Österreich hunderte Darmkrebsneuerkrankungen und -todesfälle pro Jahr verhindern. Es könnten noch mehr sein – denn es macht einen Unterschied, ob die Untersuchung qualitätsgesichert durchgeführt wird oder nicht. Internationale Erfahrungen zeigen: Qualitätsgesicherte Einrichtungen finden mehr Krebsvorstufen bei Untersuchungen, was das Erkrankungsrisiko noch einmal deutlich herabsenkt. In Österreich ist jede zweite untersuchende Stelle mit einem Qualitätszertifikat ausgestattet. Bei einem Symposium in Wien diskutieren Experten/-innen den möglichen Nutzen verpflichtender Qualitätssicherung und gezielter Einladungsprogramme für die Darmkrebsvorsorge.